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Sterbebegleitung

Ein Lebensende in Würde: Für schwer kranke Menschen bedeutet das oft, ihre verbleibenden Tage im Kreise ihrer Angehörigen verbringen zu können. Das kann zu Hause, in einem Hospiz oder auch auf einer Palliativstation sein.„Viele Patienten sagen, im Krankenhaus war ich lange genug“, schildert Benno Bolze vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband seine Erfahrungen. Sie möchten zum Sterben zurück in die eigenen vier Wände. Für die Angehörigen bedeutet dies, dass sie ein ganzes Versorgungsnetzwerk organisieren müssen, damit der Patient seinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend versorgt werden kann. Wer ohne Hilfe von außen einen Sterbenskranken betreuen will, läuft Gefahr, sich zu verausgaben. Erste Ansprechpartner sind Pflegedienste und ein – mögichst schmerztherapeutisch geschulter – Hausarzt. Aber auch die Angehörigen müssen wissen, wie mit den Medikamenten umzugehen und was bei Schmerzattacken zu tun ist. Doch eine gute Begleitung in den letzten Tagen und Wochen erfordert oft mehr: „Sterbebegleitung bedeutet für mich die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung von schwer kranken Menschen und ihren Angehörigen“, sagt Prof. Friedemann Nauck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Hilfe bieten in dieser Situation auch ambulante Hospizdienste. Neben hauptamtlichen, vor allem beratend tätigen Mitarbeitern vermitteln sie auch ehrenamtliche Helfer. Diese können Sterbenskranken Gesellschaft leisten, Einkäufe oder Aufgaben im Haushalt übernehmen. Wenn eine Versorgung zu Hause nicht möglich ist oder der Betroffene das nicht will, kommt ein Hospiz infrage. „Ins stationäre Hospiz kann man nicht eingewiesen werden“, betont Bolze. Die Erkrankung muss unheilbar und weit fortgeschritten sein, weiter fortschreiten und der Patient nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Monaten haben.Im Durchschnitt bleiben die jährlich rund 19 000 Hospizpatienten 19 Tage dort. Nicht immer ist der Tod das Ende ihres Aufenthalts: Manche von ihnen werden auch wieder entlassen, weil sich ihr Zustand so stabilisiert hat, dass sie die letzte Phase ihres Lebens daheim verbringen können. „Jeder lebt anders und stirbt anders“, begründet Bolze den verständlichen Wunsch, nicht bis zum Ende im Hospiz bleiben zu wollen. Den Patienten soweit zu stabilisieren, dass er wieder nach Hause kann, sei auch das Ziel der Palliativstation einer Klinik, sagt Nauck. Dorthin kommt, wessen Symptome zu Hause, in einer Pflegeeinrichtung oder auf einer allgemeinen Station nicht ausreichend gelindert werden können und bei denen eine Krankenhausbehandlung nötig ist. Nauck beschreibt Palliativstationen als eine Art Kriseninterventionsstation. Er schränkt zugleich ein: „Palliativstationen sind keine Sterbestationen – aber Stationen, auf denen gestorben werden darf.“  

 
INFO: Im Hospiz werden Schwerstkranke und Sterbende rund um die Uhr von speziell geschultem Personal betreut. Angehörige sind jederzeit willkommen. Die Kosten werden in der Regel von den Kranken- und Pflegekassen übernommen.
 
Kontakt:
Albert-Schweitzer-Hospiz Bayreuth, Preuschwitzer Str. 127, Bayreuth, Tel. 09 21/1 51 15 30-0, www.hospiz-bayreuth.de
Spendenkonto: 20 90 90 99 bei der Sparkasse Bayreuth
BLZ 773 501 10
 
Ambulanter Hospizdienst

Kontakt: Hospizverein Bayreuth, Preuschwitzer Str. 101,
Tel. 09 21/1 50 52 94, www.hospiz-verein-bayreuth.de 

Die Räume des Vereins befinden sich im Klinikum Bayreuth auf der Ebene der Palliativstation, Preuschwitzer Straße 101, (Zufahrt Herzchirurgie, Kinderklinik, Palliativstation) 
Spendenkonto: 20 28 11 50 bei der Sparkasse Bayreuth (BLZ 773 501 10)

 

Bestattungsvorsorge

Was können Sie bereits im Vorfeld regeln?

Vorsorgeverträge regeln unter anderem, wie und wo man bestattet werden soll. Man muss allein die Summe hinterlegen, die die Ausgaben für die Bestattung decken. Vorsorgeverträge werden heute von vielen Bestattern angeboten und ermöglichen dem Kunden mit dem Bestatter zu regeln, in welchem Sarg, in welcher Wäsche und auf welche Bestattungsart er beerdigt werden will. Auch kann zum Teil geregelt werden, dass der Bestatter Friedhofs- und Krematoriumsgebühren übernimmt. Die Übernahme von Grabkosten, Kosten für den Grabstein, den Grabschmuck und behördliche Urkunden können auf expliziten Wunsch ebenfalls vom Bestatter übernommen werden – wenn dies im Vorsorgevertrag so vereinbart wurde.

Die Bestattungsvorsorge kann auf verschiedene Weisen finanziert werden:

  • der Verstorbene hat entweder bereits zu Lebzeiten Geld auf ein Sparbuch oder sonstiges Konto speziell für seine Bestattung hinterlegt. In der Regel wurde dann auch eine Person des Vertrauens bestimmt, die nach dem Tod die Kosten bezahlt.
  • oder aber der Verstorbene hat den für die Bestattung notwendigen Betrag an einen Treuhänder gezahlt, der im Falle des Todes für die Kosten aufkommt. Der Bundesverband der Deutschen Bestatter e.V. hat beispielsweise zusammen mit Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V. eine Treuhand AG eingerichtet, die das angelegte Geld zudem verzinst.
  • Eine weitere Möglichkeit bieten Bestatter, die mit dem Bestattungsvorsorgevertrag gleichzeitig eine Sterbegeldversicherung anbieten, wobei der Bestatter Bezugsberechtigter ist. Die Erben bekommen dann das, was übrig bleibt.
     

Bestattungsverfügung

In dem Moment, wo ein Mensch seine Bestattungswünsche anderen mitteilt, trifft er eine Bestattungsverfügung. Dies kann mündlich oder schriftlich, als Notiz oder Vollmacht geschehen. Zur Sicherstellung, dass die Bestattung auch wie gewünscht durchgeführt wird, kann eine Hinterlegung der schriftlichen Bestattungsverfügung beim Notar sinnvoll sein.

Da das Testament in der Regel erst einige Wochen nach Ableben des Verstorbenen eröffnet wird, sollte die Bestattungsverfügung nicht Bestandteil des Testaments sein!

In der juristisch als Willenserklärung zu verstehenden Verfügung kann ein Mensch beispielsweise regeln, wie er beerdigt werden will, welche Musik gespielt werden soll, wer die Trauerrede halten soll und vieles mehr.

Änderungen und die Aufhebung der Bestattungsverfügung sind jederzeit möglich.
 

Sterbegeldversicherungen

Jeder, der sich schon einmal mit den Kosten für ein Begräbnis auseinander setzen musste, weiß um die finanziellen Belastungen, die eine angemessene Bestattung mit sich bringt.
 

Kosten von durchschnittlich 5000,- Euro für Beurkundung und Gebühren, das Begräbnis, die Traueranzeigen und Karten, die spätere Grabeinfassung, den Grabstein usw. sind keine Seltenheit.

Spätestens hier wird man fragen müssen: „Sind meine Hinterbliebenen ausreichend abgesichert?“

Bislang konnte man mit einem Sterbegeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung rechnen. Diese Leistung wurde zum 1. Januar 2004 aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen.

Damit eine angemessene Bestattung nicht an finanziellen Engpässen scheitert, ist eine eigenverantwortliche Vorsorge durch eine Sterbegeldversicherung überlegenswert.
 

Patientenverfügung

Die wenigsten Menschen sterben heute noch eines natürlichen Todes. In aller Regel stirbt der Einzelne in einem Krankenhaus oder Pflegeheim und wird dabei über lange Zeit intensivmedizinisch behandelt. Diese Vorstellung – an Schläuchen gefesselt und künstlich ernährt und dabei gleichzeitig ohne Regung zu sein – macht vielen Menschen Angst.

Eine Patientenverfügung soll dem Sterbenden hier ermöglichen, der Medizin Grenzen zu setzen. Doch juristisch ist das Recht auf Selbstbestimmung nicht immer eindeutig geklärt.

Grundsätzlich gilt: je konkreter, ausführlicher und eindeutiger eine Patientenverfügung formuliert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ärzte sich daran halten (müssen).

Zu berücksichtigen ist zudem:

  • Eine Beratung durch einen Arzt ist vor der Verfassung der Patientenverfügung sinnvoll.
  • die Patientenverfügung kann zwar formlos geschrieben sein, sollte aber selbst formuliert werden und die Unterschrift des Sterbenden enthalten. Ärzte, Angehörige und ggf. ein Gericht müssen nachvollziehen können, dass die Problematik verstanden wurde und die Verfügung der persönlichen Einstellung des Lebens des Sterbenden entspricht.
  • eine notarielle Beglaubigung ist nicht notwendig.
  • eine regelmäßige mit der eigenen Unterschrift bestätigte Verfügung dient als Beweis dafür, dass sich die Haltung des Sterbenden gegenüber seinem Verfügungswillen nicht geändert hat und noch aktuell ist.
  • die Verfügung sollte im Sterbefall auch von Angehörigen gefunden werden. Am besten werden Kopien davon frühzeitig verteilt oder die Verfügung für einen recht geringen Betrag beim Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer hinterlegt.
  • für den Fall von Unklarheiten oder Besonderheiten, die eine Entscheidung erschweren, sollte einer Vertrauensperson das Recht eingeräumt werden, für den Sterbenden zu entscheiden (Vorsorgevollmacht).

Vorsorgevollmacht

Da in aller Regel keine Patientenverfügung exakt die spätere Situation widerspiegelt, ist es sinnvoll eine Patientenverfügung immer mit einer Vorsorgevollmacht zu verbinden. Darin wird eine Person festgelegt, die im Zweifel mitentscheiden kann.

Ehepartner oder Kinder können für den Partner nur dann entscheiden, wenn sie eine Vollmacht haben oder vom Gericht als Betreuer bestellt wurden.

Folgende Aspekte sind zu beachten:

  • die Vorsorgevollmacht ist an keine Formvorschriften gebunden.
  • sie kann – muss aber nicht – notariell beurkundet werden.
  • für den Fall, dass die bevollmächtigte Person verhindert ist, sollte eine Ersatzperson benannt werden.
  • die Vollmacht kann ebenso wie die Patientenverfügung jederzeit widerrufen werden.
  • das Gericht hat den Vorschlag des Patienten zu berücksichtigen, wer Betreuer werden soll und wer nicht.

Liegt keine Vollmacht vor, benennt das Gericht eine Person, falls jemand unfähig ist, für sich selbst zu entscheiden.
 

Empfehlungen und Links

http://medizinethik.de/verfuegungen.htm